Das ist eine der ersten Fragen in Interviews und Chats und die Frage, die auch definitiv immer kommt.
Daher hier die Antwort:
Wenn ein Film oder eine Serie von der Synchronfirma bearbeitet wird kommt irgendwann die Frage auf, wer denn wen spricht. Wer auf welche Rolle passt. Der Aufnahmeleiter ist das Bindeglied zu den Sprecher. Er oder sie kennt die Sprecher und schlägt entweder für ein Casting vor oder direkt für die Rolle. Und er macht auch die Dispo, den Plan für den Tag, und gibt die Termine an die Sprecher weiter.
Wenn ich also meinen Termin habe, dann erwartet mich im Studio der Regisseur/in, der Tonmeister/in und der Cutter/in.
Der Regisseur gibt mir einen Überblick über die Dramaturgie und den Charakter meiner Figur.
Der Regisseur gibt mir einen Überblick über die Dramaturgie und den Charakter meiner Figur.
Generell ist die Aufgabenverteilung im Studio folgendermaßen:
Der Regisseur hat den Gesamtüberblick. Er achtet auf Ausdruck, Emotion und darauf, dass Spannungsbögen und Dramaturgien gehalten werden.
Bei ihm in der Regie sitzt der Tonmeister. Er ist für die Technik verantwortlich und für eine "saubere" Aufnahme. Das bedeutet, er achtet darauf, dass eine Aufnahme nicht spuckig ist und nichts ploppt, knackst oder sonstige Störgeräusche da sind.
Im Studio bei den Sprechern ist noch die Cutterin (es gibt auch Cutter, aber die sind in der Minderheit wie die Tonmeisterinnen). Sie achtet darauf, dass alles synchron ist, sprich die Sprache auf der Lippenbewegung liegt. Dass man richtig anfängt, nicht zu lang oder zu kurz ist, Pausen eingehalten werden und Labiale (b, m, p) und Halblabiale (n, l, f, v, w) getroffen werden und der Rhythmus stimmt.
Bei ihm in der Regie sitzt der Tonmeister. Er ist für die Technik verantwortlich und für eine "saubere" Aufnahme. Das bedeutet, er achtet darauf, dass eine Aufnahme nicht spuckig ist und nichts ploppt, knackst oder sonstige Störgeräusche da sind.
Im Studio bei den Sprechern ist noch die Cutterin (es gibt auch Cutter, aber die sind in der Minderheit wie die Tonmeisterinnen). Sie achtet darauf, dass alles synchron ist, sprich die Sprache auf der Lippenbewegung liegt. Dass man richtig anfängt, nicht zu lang oder zu kurz ist, Pausen eingehalten werden und Labiale (b, m, p) und Halblabiale (n, l, f, v, w) getroffen werden und der Rhythmus stimmt.
Im Studio habe ich dann mein Synchrondrehbuch. Dieses wird von speziellen Autoren (manchmal auch der Regisseur) so geschrieben, dass die Texte auf die Lippenbewegungen des Originals passen. Je besser diese Texte sind, desto weniger fällt es auf, dass ein Film synchronisiert wurde, desto natürlicher wirkt die Sprache am Schluss.
Das Synchronbuch ist aufgeteilt in sogenannte Takes. Ein Take kann ein (Laut) oder (Atmer) sein oder mehrere Sätze mit Pausen oder Zäsuren. Im Text werden zusätzlich noch technische Anweisungen vermerkt: Ob die Sprache im on (Mund ist zu sehen) off (Figur ist nicht im Bild) oder conter (Figur ist von hinten zu sehen) ist oder ob und wann eine Zäsur oder Pause gemacht wird (...) (..) (.). Je mehr Punkte, desto länger die Pause.
Zusätzlich zum Synchrondrehbuch gibt es jeden Tag eine Dispo. Dort aufgelistet sind die Rollen und ihre Sprecher und die Takes.
Dann fährt der Tonmeister den ersten Take ab. Um zu wissen, wann der Einsatz ist gibt es ein sogenanntes Einzählband. Meißt wird runtergezählt 3, 2, 1, Bild, oder auch anders herum 1, 2, 3, Bild (daher kommt der Ausdruck auf die 4 sprechen) oder es laufen 2 Balken aufeinander zu, dann fällt der Einsatz auf das Zusammentreffen der Balken.
Man hört sich den Take immer einmal im Original an und dann wird der Ton im Studio ausgeschaltet und der deutsche Sprecher spricht seinen Text möglichst lippensynchron auf´s Bild.
Man hört sich den Take immer einmal im Original an und dann wird der Ton im Studio ausgeschaltet und der deutsche Sprecher spricht seinen Text möglichst lippensynchron auf´s Bild.
Die Regie, die Cutterin und der Tonmeister geben einem dann Feedback. Entweder war schon alles gut ;) oder man muss es nochmal versuchen.
So arbeitet man sich dann Take für Take durch die Dispo und das Werk.
So arbeitet man sich dann Take für Take durch die Dispo und das Werk.
Aus der Regie kommen Anweisungen oder Korrekturen zum Ausdruck. Hat man die Emotion getroffen, stimmt die Betonung, ist der Zusammenhang richtig? Als Sprecher weiß man manchmal noch nicht, worauf die Szene hinausläuft, da kann es mal sein, dass man einen Take nicht richtig erfasst und dann hilft einem der Regisseur.
Die Cutterin gibt einem Feedback wie "zu kurz", "zu lang", "nach der Pause geht es schneller weiter" oder "verzöger das mehr", "der Labial liegt später". Das sind technische Anweisungen, die man dann umsetzen muss ohne das Spiel zu verlieren.
Vom Tonmeister kommen Hinweise wie "im wirklich hat´s geklackt", "an der Stelle ist das IT sehr laut, da darfst du nicht zu leise werden"
Die Cutterin gibt einem Feedback wie "zu kurz", "zu lang", "nach der Pause geht es schneller weiter" oder "verzöger das mehr", "der Labial liegt später". Das sind technische Anweisungen, die man dann umsetzen muss ohne das Spiel zu verlieren.
Vom Tonmeister kommen Hinweise wie "im wirklich hat´s geklackt", "an der Stelle ist das IT sehr laut, da darfst du nicht zu leise werden"
... to be continued
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